Kultur & Geschichtskontor Bergedorf

Das Kultur- & Geschichtskontor ist die Geschichtswerkstatt für Bergedorf, Lohbrügge und die Vier- und Marschlande. Lernen Sie unsere Angebote kennen.

Audiotour Serrahn 3 / 7

Am Serrahn

  • Blick auf den Bergedorfer Hafen und die im Jahr 1900 angelegte Serrahnstraße mit Kaimauer und Kran, um 1906. Vorn am rechten Bildrand das Haus Serrahnstraße Nr. 1, die ehemalige Kaffeeklappe, dahinter das 1902 vom Kohlenhändler Schönwandt errichtete Lagerhaus, ganz hinten die Stuhlrohrfabrik. Bildquelle: Kultur- & Geschichtskontor

Kampf um Bergedorf

Bald nach 1350 etablierte sich die Hanse zu einem Städtebund unter der Führung von Lübeck mit starker hamburgischer Beteiligung. Beide Städte hatten großes Interesse, sich die Elbregionen als schiffbaren Zugang zum Binnenland und zum Seehandel zu sichern.

Lübeck schuf sich durch den Bau des Stecknitz-Kanals, seit 1900 ersetzt durch den Elbe-Lübeck-Kanal, im letzten Jahrzehnt des 14. Jahrhunderts den Zugang zur Elbe. Hamburg gelangte 1395 durch Vereinbarungen und geschickten Kaufhandel über Strohmänner in den Besitz von Billwerder, Allermöhe, Moorfleet, Moorwerder und Ochsenwerder. Zur Sicherung der Handelswege zu Wasser und zu Land fehlte noch Bergedorf mit der Vierlande.

Indessen hatten die unter ständiger Geldnot leidenden Herzöge Bergedorf zunächst an Holstein, dann an Lübeck verpfändet. Neben dem ab 1370 auf Schloss Bergedorf wohnenden Erich III. residierte hier nun auch ein Amtshauptmann aus Lübeck, der das Land regierte und vor dem der Treueeid für die Hansestadt abzulegen war. 
Doch schon Erich IV. warf die Lübecker kurzerhand aus dem Schloss und auch seinem Sohn, Erich V., gelang es wiederholt, die Hansestädte, namentlich Lübeck, aus sicher geglaubten Rechtsstellungen zu verdrängen. Dies bot ihnen die Möglichkeit, die hansischen Kaufleute um beträchtliche Zölle zu erleichtern. Es dauerte nicht lange, bis die beiden Hansestädte Gegenmaßnahmen ergriffen:
Anfang Juli 1420 erklärten sie Erich V. die Fehde. Kurz darauf bezog ein fast 4000 Mann starkes Heer vor Bergedorf Stellung und eroberte in wenigen Tagen das Städtchen und die Burg.

Nun begann für Bergedorf die sogenannte beiderstädtische Zeit. Sie sollte fast viereinhalb Jahrhunderte, bis 1867, dauern. Im Wechsel verwalteten hansische Ratsherren von Lübeck und Hamburg als Amtsmänner das Gebiet zwischen Bille und Elbe. Zu ihrem neuen Machtbereich gehörten Städtchen und Burg Bergedorf, die Vierlande mit der Riepenburg und Zollenspieker, der Ort Geesthacht an der Elbe sowie der halbe Sachsenwald. Damit waren die wichtigen Handelswege zu Land und zu Wasser, verbunden mit dem Recht, Zölle zu erheben, sowie ein erhebliches Holzvorkommen, insbesondere für das benachbarte Hamburg gesichert. Nach den Instandsetzungen der beiden Burgen und des Städtchens kam es im 15. Jahrhundert zu ersten großen und dauerhaften Veränderungen des Stromgebietes der Elbe und Bille. Die Abdeichung der Dove- und Gose-Elbe zur Elbe hin, machte die heutige Stromelbe zum Hauptfahrwasser und die Zollstelle konnte nun nicht mehr umfahren werden.

1443 ordneten die Hansestädte den Bau einer künstlichen Wasserstraße an, die dem Flecken Bergedorf eine schiffbare Verbindung zwischen dem Serrahn und der Dove-Elbe gewähren sollte. Dieser „Schleusengraben“ genannte Kanal wurde wenige Jahre später fertig gestellt und diente zunächst hauptsächlich zum Flößen von Holz und dem Transport von Getreide nach Hamburg.

* Hochdeutsche Fassung des plattdeutschen Dialogs:

Arbeiter: Wirt! Gib mir einen ordentlichen Teller Suppe mit Einlage und ein großes Bier. Ich hab‘ nicht viel Zeit, aber ist ja auch nicht viel Besuch bei Dir.


(Geschirrgeklapper)Wirt: Bitte sehr!

Arbeiter: Aaah, das sieht gut aus! Letzte Woche erzählte mir mein Schwager, der in Hamburg im Hafen arbeitet, dass es da in der Kaffeeklappe nur dünne Suppe und schlechtes Fleisch fürs hart erarbeitete Geld gibt.

Wirt: Keine Angst, hier in Bergedorf gibt es nur anständiges Essen und teurer ist es auch nicht.

Arbeiter: Jetzt muss ich mich aber sputen! Die Pause ist gleich schon wieder rum und ich hab‘ noch nichts im Magen.

Wirt: Lass es Dir schmecken.