Lesungen
und Vorträge 2026
Hier finden Sie Lesungen und Vorträge im Reetwerder 8. Im Anschluss an die Vorträge gibt es Zeit für Fragen. Der Eintritt ist frei, Spenden sind willkommen.
HINWEIS:
Der Raum ist ebenerdig, aber nicht barrierefrei (enge Eingangstür, eine Stufe zur Toilette).

Flyer zum Download:
Bergedorfs Zeitung im Dritten Reich – Kriegsende in Geesthacht
Doppelvortrag
ULF-PETER BUSSE und Dr. WILLIAM BOEHART
Als die Bergedorfer Zeitung 50. Geburtstag feiert, sitzen die Nazis schon auf dem Jubiläumsfoto: Im September 1933 hatte Chefredakteur Theodor Müller die Hakenkreuz-Binde am Oberarm und das Blatt längst auf Hitler-Begeisterung getrimmt. Aber wie konnte es so schnell soweit kommen? bz-Chefreporter Ulf-Peter Busse und der ehemalige Archivar von Geesthacht, Dr. William Boehart, widmen sich noch einmal der NS-Zeit in Bergedorf und Geesthacht. Während der Journalist die Gleichschaltung der Presse und deren Folgen für Bergedorf in den Fokus nimmt, berichtet der Historiker vom Kriegsende in Geesthacht, in dessen Folge am 3. Mai 1945 die Britische Armee von Börnsen aus in Bergedorf einmarschiert.
Mittwoch, 28. Januar 2026, 18:00 Uhr
Das Zollenspieker Fährhaus. 800 Jahre Hamburger Geschichte an der Elbe.
Vortrag
JOACHIM MOHR
Am südlichsten Punkt des heutigen Hamburgs, direkt an der Elbe, liegt das Zollenspieker Fährhaus. Blutige mittelalterliche Kämpfe, berühmte Gäste, Zölle und Schiffe, europaweiter Handel, prunkvolle Feste, dramatische Fluten – der Ort war 800 Jahre lang ein bedeutendes Zentrum von Handel, Macht, Genuss und Kultur. Die Vortragsveranstaltung bettet die Geschichte des Zollenspieker Fährhauses in die Geschichte Hamburgs und Norddeutschlands ein.
Der Historiker Joachim Mohr war jahrzehntelang Redakteur für den SPIEGEL in Hamburg und arbeitet heute als freier Autor und Medienberater.
Mittwoch, 25. Februar 2026, 18:00 Uhr
Die besten Geschichten haben nie Feierabend –
Redakteure der Bergedorfer Zeitung berichten
Gesprächsabend
ULF-PETER BUSSE, ERIKA LÖFFEL und PETER VON ESSEN
Die Bergedorfer Zeitung ist seit vielen Jahrzehnten eine Konstante im Leben der Menschen im Bezirk. Zahlreiche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Verlags beschrieben und kommentierten das Geschehen in Bergedorf und weit über seine Grenzen hinaus – bis heute.
Die kommende Veranstaltung im Kultur- & Geschichtskontor gewährt einen sehr persönlichen Blick in die Geschichte der Bergedorfer Zeitung.
Im Gespräch von bz-Chefreporter Ulf-Peter Busse mit Erika Löffel und Peter von Essen steht der Alltag in der Redaktion im Mittelpunkt. Beide haben jahrzehntelang den Inhalt der Bergedorfer Zeitung mitgeprägt und waren dafür von den 1970er-Jahren bis zum Beginn des neuen Jahrtausends zahllose Stunden im Einsatz. Wie war die Arbeit in der Bergedorfer Redaktion damals? Und was hat sich heute verändert?
Im Anschluss an das Gespräch stehen die (ehemaligen) Redakteure für Fragen zur Verfügung.
Dieses Projekt wird aus Mitteln des Bezirksamtes Bergedorf gefördert.
Mittwoch, 11. März 2026, 18:00 Uhr
Wo Altona einst flanierte. Die Geschichte der Königstraße
Gastvortrag
Dr. DIRK HEMPEL
Dr. Dirk Hempel, Kulturhistoriker und Mitarbeiter des Stadtteilarchivs Ottensen, hat die wechselvolle Geschichte der einstigen Hauptstraße der Stadt Altona erforscht. Anschaulich wird die Entwicklung vom mittelalterlichen Feldweg über die Prachtstraße der dänisch geprägten Barockstadt bis hin zum lebendigen Mittelpunkt in preußischer Zeit dargestellt.
Mittwoch, 17. Juni 2026, 18:00 Uhr
Der Tierpark in Horn
Gastvortrag
GERD von BORSTEL aus der Geschichtswerkstatt Horn
Hamburgs erster Tierpark? Hagenbeck wäre jetzt die falsche Antwort! Kenner der Hamburger Geschichte werden nun sagen: Da gab es doch schon den Zoologischen Garten am Dammtor, der von 1863 bis 1930 bestand und bei dem sogar der berühmte Zoologe Alfred Brehm zum ersten Direktor berufen wurde! Aber auch das ist nicht die richtige Antwort! Denn der erste „Zoologische Thiergarten“ lag in Horn!
Mittwoch, 1. Juli 2026, 18:00 Uhr
Briefe aus Kriegszeiten
Erzählcafé
Das Kultur- & Geschichtskontor verwahrt in seinem Archiv hunderte von Briefen aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs. Menschen aus Bergedorf, Lohbrügge und den Vierlanden schreiben darin von ihrem Alltag in der Kriegszeit; Soldaten teilen ihre Eindrücke von der Front und schicken diese nach Hause. Teilweise offen, teilweise zwischen den Zeilen entsteht bei der Lektüre ein dichter Eindruck vom damaligen Leben.
Wir möchten einige der Briefe und Briefwechsel kurz vorstellen und darüber mit Ihnen ins Gespräch kommen. Wie offen konnte man schreiben? Welche Erkenntnisse stecken in diesen Briefwechseln? Was erfahren wir über unsere eigenen Vorfahren?
Zu diesen und anderen Fragen möchten wir uns gerne bei Kaffee und Kuchen mit Ihnen austauschen. Wenn Sie vergleichbare Brief-Schätze bei sich zu Hause haben, sind Sie herzlich eingeladen, diese mitzubringen und darüber zu berichten.
Mittwoch, 19. August 2026, 16:00 – 18:00 Uhr
Kleine Frau – großer Mut: Frieda Stoppenbrink-Buchholz
Gastvortrag
SIEGLIND ELLGER-RÜTTGARDT, Professorin für Allgemeine Rehabilitationspädagogik
Menschen mit Behinderung wurden im Dritten Reich verfolgt und im Namen der „Rassehygiene“ systematisch zwangssterilisiert oder ermordet. Zwischen 1934 und 1945 fanden ca. 400.000 Zwangssterilisationen statt, mehr als 200.000 Menschen fielen dem nationalsozialistischen Ziel der „Vernichtung lebensunwerten Lebens“ zum Opfer. Auch Kinder waren davon nicht ausgenommen. Ihre Einstufung als „hoffnungslose Fälle“ war meist das Ergebnis sonderpädagogischer Gutachten. Doch es gab auch Ausnahmen.
Sieglind Ellger-Rüttgardt, Professorin für Allgemeine Rehabilitationspädagogik, zeigt am Leben der Bergedorfer Hilfsschullehrerin Frieda Stoppenbrink, wie der Mut und die Zivilcourage einer kleinen Frau im Bergedorf der NS-Zeit Raum für die Schwachen und Ausgestoßenen schuf.
Im Anschluss an den Vortrag gibt es Zeit für Fragen.
Dieses Projekt wird aus Mitteln des Bezirksamtes Bergedorf gefördert.
Mittwoch, 2. September 2026, 18:00 Uhr
